Schwangerschaftsberatung und Pränataldiagnostik
Inhalt
Beschreibung
Die Schwangerschaft ist die schönste Zeit im Leben jeder Frau, wenn sie sich auf die Geburt eines neuen Babys vorbereitet.
Während der Schwangerschaft kümmert sich der Gynäkologe nicht nur um die werdende Mutter (Schwangerschaftsberatung), sondern auch um das Neugeborene (Pränataldiagnostik).
Die Kontrollen werden jeden Monat bis zum geplanten Geburtstermin und dannach nach 6. Wochen nach der Geburt durchgeführt.
Fakten
- Ambulante Kontrollen
- Kontrollen jeden Monat
Damit die zukünftige Schwangerschaft komplikationslos verläuft, ist es notwendig, dass die Frau gesund ist. Daher sind ab dem 18. Lebensjahr regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt notwendig.
Sobald Sie von Ihrer Schwangerschaft erfahren, informieren Sie Ihren Frauenarzt. Eine Beratung ist auch sinnvoll, wenn Sie eine Schwangerschaft planen.
Das Datum des Beginns der letzten Menstruation ist wichtig für die Feststellung der Schwangerschaft - die Schwangerschaft wird ab dem 1. Tag der letzten Menstruationsblutung berechnet, während der Eisprung (Freisetzung einer reifen Eizelle) und die Befruchtung ungefähr am 14. Tag erfolgen.
Die Schwangerschaft dauert 40 Wochen, also 280 Tage (das sind ungefähr 9 Kalendermonate, die wir in 3 Trimester einteilen – 3+3+3 Monate).
- Erstes Trimester: 1. bis 12. Woche
- Zweites Trimester: 13. bis 28. Woche
- Drittes Trimester: 29. bis 40. Woche
Zeichen der Schwangerschaft:
- Fehlende Menstruation (Ausbleiben der regelmäßigen Blutung)
- Vermehrte Müdigkeit und Veränderungen der Laune
- Veränderung des Appetits, morgendliche Übelkeit und Erbrechen
- Zunehmendes Umfang des Abdomens
Diagnostik der Schwangerschaft:
- Die Schwangerschaft wird durch einen Schwangerschaftstest bestätigt - durch die Bestimmung eines Hormons, das nur während der Schwangerschaft produziert wird: HCG (humanes Choriongonadotropin), das im Blut vorkommt und auch im Urin nachgewiesen werden kann.
- Eine befruchtete Eizelle kann direkt im Ultraschall sichtbar gemacht werden.
Ein Schwangerschaftstest sollte nur durchgeführt werden, wenn die Menstruation 2 Wochen lang ausbleibt, weil HCG-Werte und bildgebende Verfahren nur in diesem Zeitraum zuverlässig sind (die Frau ist zu diesem Zeitpunkt bereits in der 4. Woche schwanger).
Nach der Bestätigung der Schwangerschaft werden erste Untersuchungen durchgeführt. Der voraussichtliche Geburtstermin wird berechnet und der Mutterpass ausgestellt.
Während einer normalen Schwangerschaft werden jeden Monat Kontrolluntersuchungen durchgeführt – Gewicht, Blutdruck, vaginale Untersuchung und Ultraschall. Ab der 32. Schwangerschaftswoche folgt eine Vorsorgeuntersuchung (bei Ihrer Hebamme, Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt) alle 2 Wochen.
Woche 5. bis 8. - die Untersuchungen (Erstuntersuchungen) umfassen:
- Gynäkologische und vaginale Untersuchung - Form und Größe der Gebärmutter, Konsistenz des Gebärmutterhalses und Ultraschalluntersuchung.
- Zytologie (Abstrich) des Gebärmutterhalses.
- Blutentnahme - Blutbild, Blutgruppe und Rhesusfaktor, sowie Antikörper-Suchtest, Biochemie und serologische Untersuchungen auf Infektionen (Syphilis/Lues, HIV, Hepatitis Antikörper, Rötelnantikörper).
- Blutentnahme für das Screening auf angeborene Entwicklungsstörungen des Kindes.
- Urintest auf Eiweiß, Glukose und Bakterien.
- Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt im ersten Trimester.
- Mögliche Zusatzuntersuchungen bestehen aus: Toxoplasmose-und Zytomegalie-Test.
Woche 9. bis 12. - 2. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Mittels Ultraschall wird Nackenfaltenmessung (ein wichtiges Zeichen für eine gesunde Entwicklung und zur Erkennung angeborener Entwicklungsstörungen) durchgeführt (11. - 13. Woche).
- Auch eine mögliche Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge, Drillinge...) wird diagnostiziert.
Woche 15. bis 16. - 3. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Wiederkontrolle mit Gewicht, Blutdruck, Urin-Tests.
- Gegebenenfalls wird einen erneuten Röteln-Antikörpertest gemacht.
- Mögliche Zusatzuntersuchung besteht aus: Mutterkuchenpunktion (Chorionzottenbiopsie) und (NIPT) nicht-invasive Pränataltest zur Feststellung genetischer Chromosomenabweichungen.
Woche 19. bis 22. - 4. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Ein morphologischer Ultraschall (Beurteilung der Form des Babys, seiner Organe - Herz, Leber und andere, sowie Gliedmaßen) wird durchgeführt.
- Als eine mögliche Zusatzuntersuchung ist die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) manchmal notwendig.
Woche 24. - 5. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Verlaufskontrolle mit Blutdruck- und Gewichstmessung.
- Die Herztöne des Babys werden kontrolliert (mit CTG - Kardiotokographie).
Woche 25. bis 28. - 6. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Ein Test zur Erkennung von Schwangerschaftsdiabetes (OGTT - oraler Glukosetoleranztest) durchgeführt wird, bei dem Blut abgenommen wird nüchtern und nach dem Trinken einer Zuckerlösung).
- Bei RH negativ-Frauen (negativen Rhesus-Faktor) mit einem Rhesus-positiven Kind wird für eine Rhesus-Prophylaxe bestimmte Menge Antikörper (Anti-D-Immunglobulin) gespritzt.
Woche 29. bis 32. - 7. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Ein dritter Ultraschall wird durchgeführt (Messungen und Bestimmungen von der Lage des Kindes, Kopf- und Bauchumfang, die ungefähre Geburtsgewichtsbestimmung, Menge des Fruchtwassers, der Lage der Plazenta, und den Herzschlag zu überprüfen).
- Mögliche Zusatzuntersuchung besteht aus: Hepatitis-Antigen-Test.
- Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt im III. Trimester.
Woche 34. - 8. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Verlaufskontrolle mit Blutdruck- und Gewichstmessung.
- Die Herztöne des Babys werden kontrolliert (mit CTG - Kardiotokographie).
- Kontrollen alle 2 Wochen.
Woche 36. - 9. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Verlaufskontrolle mit Blutdruck- und Gewichstmessung.
- Kontrolle der Lage des Babys.
- Mögliche Zusatzuntersuchung besteht aus: Test von B Streptokokken-Infektion (Falls Testergebnis positiv ist, ist die Mutter während der Geburt mit Antibiotikagabe behandelt - damit das Kind nicht mit Bakterien infiziert wird).
Woche 38. und 40. - 10. Vorsorgeuntersuchung besteht aus:
- Letzte Kontrolle mit Blutdruck- und Gewichstmessung.
- Die Herztöne des Babys werden kontrolliert (mit CTG - Kardiotokographie).
- Die Aufnahme ins Krankenhaus wird geplant.
Pränataldiagnostik (PND) ist eine Reihe von Untersuchungen, die während der Schwangerschaft (während der Entwicklung des Babys vor der Geburt) durchgeführt werden und aus bildgebenden Maßnahmen (Ultraschall - 3x), Bluttests (Labor) und einigen invasiven Untersuchungen bestehen.
Die Pränataldiagnostik ist Teil der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen schwangerer Frauen – ihr Schwerpunkt liegt auf der Früherkennung von angeborener Entwicklungsstörungen und von genetischer Erkrankungen.
Dazu gehören (Reihenfolge nach Schwangerschaftswochen):
- Woche 9.–12. Ultraschall (1/3) - Die erste Ultraschalluntersuchung: Das Baby, seine Größe und seine Lage in der Gebärmutter werden untersucht.
- Woche 10. - 15. Bluttest - Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT).
Durch eine Blutentnahme bei der Mutter kann die DNA des Babys untersucht werden, um das Vorhandensein von chromosomenbedingten genetischen Störungen (eine Gruppe von Krankheiten mit überzähligen Chromosomen - Trisomie 13, 18 und 21, sowie Veränderungen der Geschlechtschromosomen -Klinefeltersyndrom, Turnersyndrom, usw. und Mikrodeletion 22q11.2 - DiGeorge-Syndrom) festzustellen.
- Woche 12.–14. Nackentransparenz
Nackentransparenzmessung ist eine Ultraschalluntersuchung, die die Breite des Nackens des Kindes misst und so einige genetische Krankheiten (z. B. Down-Syndrom) erkennen kann.
- Woche 19.–22. Ultraschall (2/3) - morphologischer Ultraschall
Bei der Ultraschalluntersuchung werden Körpermaße gemessen und die Form des Kindes überprüft, z. B. können Gesichtsspalten und Fehlbildungen an den Gliedmaßen diagnostiziert werden.
- Woche 29.–32. Ultraschall (3/3) - überprüft wird: Messungen und Bestimmungen von der Lage des Kindes, Kopf- und Bauchumfang, die ungefähre Geburtsgewichtsbestimmung, Menge des Fruchtwassers, der Lage der Plazenta.
In bestimmten Fällen kommen zusätzliche Untersuchungen hinzu, die jedoch bereits invasiv sind:
- Ab der Woche 12.-15. Chorionzotten-Biopsie (Plazenta-Punktion)
Mit Hilfe einer dünnen Nadel (durch die Bauchdecke oder Scheide) wird eine kleine Probe von Zotten entmommen. Die Zotten sind die Teil der Plazenta (Mutterkuchen) und diese Proben dienen für genetische Untersuchung des Kindes.
- Ab der Woche 16. - 22. Entnahme von Fruchtwasser (Amniozentese)
Das Fruchtwasser enthält die Zellen des Babys, die nach der Entnahme genetisch untersucht werden können. Die Entnahme erfolgt durch Punktion eines speziellen Katheters unter Ultraschallkontrolle.
- Woche 21. Nabelschnur-Punktion (Chordozentese, Fetalblutentnahme)
Untersucht wird das Blut des Kindes, das durch Einführen eines speziellen Katheters in die Nabelschnur gewonnen wird. Diese Untersuchung wird bei speziellen Fragestellungen - wie z.B. Erberkrankungen, Bluterkrankungen oder Infektionskrankheiten gemacht.

