Angiologie
Inhalt
Beschreibung
Die Angiologie ist ein spezialisiertes Gebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Prävention, Diagnose und Behandlung von Gefäßerkrankungen (Arterien, Venen, Lymphgefäße) befasst.
Patienten mit Durchblutungsstörungen der Extremitäten, Venenthrombose, Krampfadern sowie Beinschwellungen (beim Lymphödemen) werden häufig an einen Angiologen überwiesen.
Angiologen arbeiten oft mit Gefäßchirurgen (Angiochirurgen) zusammen.
Fakten
- Ambulante Untersuchung
- Untersuchung dauert 30 Minuten
Im menschlichen Körper unterscheidet man zwischen Blutgefäßen (Arterien, Venen und Kapillaren) und Lymphgefäßen. Arterien transportieren Blut vom Herzen weg, Venen hingegen zum Herzen zurück. Das Blut versorgt die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Ein Teil der Flüssigkeit aus dem Blut verbleibt jedoch im Gewebe und wird dann über die Lymphgefäße in große Venen abtransportiert. Entlang der Lymphgefäße befinden sich Lymphknoten, die Teil des Immunsystems sind.
Zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich der Gefäßmedizin gehören:
- Venenentzündung (Phlebitis) und Thrombophlebitis (Entzündung durch ein Blutgerinnsel), Vasculitiden
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) der interen und oberen Extremitäten
- Cerebrale arterielle Verschlusskrankheit (cAVK)
- Atherosklerose und Verengung der Gefäße (Stenose)
- Venenthrombose und Thromboembolie
- Krampfadern der Beine (Varizen)
- Lymphödem
- Patienten nach gefäßchirurgischen Eingriffen (PTA – perkutane transluminale Angioplastie, Aneurysma, Stent)
Der Angiologe befragt den Patienten zu Erkrankungen, Medikamenten und Krankenhausaufenthalten und prüft die Durchblutung der Gliedmaßen. Er misst Blutdruck und Puls und entnimmt Blut- und Urinproben für Laboruntersuchungen.
Eine umfassende angiologische Untersuchung beinhaltet:
- Ultraschalluntersuchung der Arterien und Venen der oberen und unteren Extremitäten, der Bauchaorta und der Halsschlagadern
- Doppler-Sonographie zur Beurteilung des Blutflusses und des Schweregrades einer Gefäßischämie
Ein Angiologe befasst sich mit:
- Langzeitbehandlung von Patienten, die blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien) einnehmen müssen – z. B. nach einem Herzinfarkt, bei Gefäßstents oder nach einer tiefen Venenthrombose
- Verschreibung von Kompressionstherapie (Kompressionsstrümpfen) und Lymphdrainage bei Schwellungen (Lymphödem)
- Medikamentöse Behandlung von Venenerkrankungen (Venenmedikamente) und Arteriosklerose
- Sklerotherapie – ein ambulanter Eingriff zur Behandlung kleiner Krampfadern (Streifenvenen) mit einer Verödungslösung. Größere Krampfadern werden von einem Gefäßchirurgen operativ entfernt.