Arthroskopie
Inhalt
Beschreibung
Die Arthroskopie der Gelenke ist ein minimalinvasiver endoskopischer Eingriff, bei dem eine Kamera (Arthroskop) und ein Trokar für Instrumente über 2 Öffnungen in das Gelenk eingeführt werden.
Die Arthroskopie wird erfolgreich zur Behandlung der Weichteile der Gelenke (Knorpel, Gelenkkapseln, Bänder und Menisken am Knie) eingesetzt.
Mit Hilfe der Arthroskopie ist es möglich, die Gelenke (Knie und Knöchel, Schulter, Ellenbogen, Handgelenk) darzustellen und die Erkrankung zu diagnostizieren oder das Gelenk zu behandeln. Auf diese Weise kann der Orthopäde geschädigte Knorpel abschleifen, Narben und Verwachsungen nach Verletzungen entfernen und die Gelenkkapsel behandeln. Weiter auch zur Behandlung von Meniskusrissen am Knie und zur Stabilisierung der Gelenkkapsel bei wiederholten Luxationen verwendet.
Mit der operativen Arthroskopie wird auch das vordere Kreuzband des Knies repariert oder die Rotatorenmanschette der Schulter rekonstruiert.
Fakten
- Vollnarkose, Spinalanästhesie, Epiduralanästhesie
- Eintägiger Krankenhausaufenthalt
- Der Eingriff dauert 60 Minuten
- Genesung 7 Tage oder länger
Die Arthroskopie wird unter Vollnarkose oder Epiduralanästhesie durchgeführt. Der Orthopäde öffnet das Gelenk durch 2-3 kleine Schnitte (ca. 1 cm), führt ein optisches Gerät (Arthroskop) und chirurgische Instrumente in das Gelenk ein.
Der Eingriff kann im Rahmen eines tagesklinischen Aufenthalts durchgeführt werden.
Während 7 Tagen wird das Gelenk nach und nach belastet, das Bein muss entlastet werden – zum Beispiel durch Gehen auf Krücken, nach 2-3 Wochen kann mit körperlichen Aktivitäten begonnen werden.
Bei komplexeren Operationen mit Gelenkrekonstruktion ist eine schrittweise Rehabilitation (Physiotherapie) mit Gehen auf Krücken erforderlich, während die Genesung etwa 6 Monate dauert.
Die Kniearthroskopie gehört zu den häufigsten arthroskopischen Eingriffen. Der Vorteil dieser miniinvasiven Methode ist die Möglichkeit der Diagnose von Knieerkrankungen mittels Kamera und der chirurgischen Behandlung von Weichteilerkrankungen des Knies.
Eine Arthroskopie wird bei langanhaltenden Knieschmerzen, Gelenkinstabilität und Knieerkrankungen durchgeführt: Meniskusriss und -schädigung, Riss des vorderen Kreuzbandes, Synovialentzündung, Knorpelschäden, Lockerung von Knochen- und Knorpelfragmenten, Erkrankung und Instabilität des Kugelgelenks, Infektionen im Kniegelenk Knie.
Nach einer arthroskopischen Operation ist es notwendig, das Knie durch 1-2-wöchiges Gehen auf Krücken zu schonen. Nach größeren Operationen ist das Tragen einer Knieorthese erforderlich (nach einer Meniskusoperation beträgt die Heilungszeit 6 Wochen). Ein wichtiger Teil der Behandlung ist die Rehabilitation (Physiotherapie), dazu eignet sich das Fahren auf einem Ergometer, Schwimmen.
Das Handgelenk besteht aus acht winzigen Knochen, die durch starke Bänder verbunden sind. Die Arthroskopie ermöglicht sowohl die Diagnose, als auch die Behandlung von Handgelenken – z. B.: Behandlung einer Synovialentzündung (sog. Synovektomie), Behandlung beschädigter Bänder, Behandlung beschädigter Knorpel, Arthritis.
Nach der Operation wird eine Schiene oder Orthese getragen und schrittweise rehabilitiert.
Mit Hilfe der Arthroskopie ist es möglich, Tennisarm und Golferarm, aber auch Knorpelabnutzung und einige Frakturen, Narbengewebe und Knochenwucherungen sowie Arthrose zu behandeln.
- Beim Tennisarm (Epicondylitis radialis) handelt es sich um eine Erkrankung, die durch eine Überlastung der Sehnen entsteht, die sich im Bereich des äußeren Ellenbogens verspannen.
- Der Golferellenbogen (Epicondylitis ulnaris) ist dem Tennisarm sehr ähnlich, allerdings treten die Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens auf. Diese Erkrankung ist seltener. Sie wird auch als Speerträgerellenbogen bezeichnet.
Die Rückkehr zum Sport nach dem Eingriff erfolgt nach 4 Monaten.
Die Schulter ist ein sehr bewegliches Gelenk, Verletzungen, Luxationen sowie Knorpel- und Sehnenerkrankungen kommen häufig vor.
Arthroskopisch sind folgende Erkrankungen behandelt:
- Schulterimpingement (die Schulter stößt beim Anheben der Schulter auf das Schulterblatt)
- gerissene Rotatorenmanschette (Verletzung der Muskeln und Sehnen der Schulter)
- Instabilität der Schulter und beschädigter Knorpel, Bänder und Knochenwucherungen, Frozen Shoulder (Steifheit der Gelenkkapsel der Schulter - adhäsive Kapsulitis)
- andere (Tendinose der langen Bizepssehne, Bankart-Läsion, SLAP - Schädigung des Oberarms an der Ansatzstelle des Bizeps).
Die Operation erfolgt unter Vollnarkose oder Regionalanästhesie. Nach der Operation wird der Arm in einer Orthese ruhiggestellt.
Bei einer Verstauchung (Distorsion) kommt es häufig zu einer Verletzung des Sprunggelenks, bei schwerwiegenderen Schäden an Bändern, Sehnen, Knorpel und Knochengewebe ist die Arthroskopie aufgrund ihrer minimalen Invasivität die am besten geeignete Behandlungsart.
Weiter sind behandelt auch:
- Knochenwucherungen, die das Bone-Impingement-Syndrom verursachen
- Verdicktes Band, dadurch Weichteilimpingement (häufig bei Fußballspielern) entstäht
Ein Impingement macht sich durch Schmerzen bemerkbar, die in der Regel 3 - 6 Monate nach der Verletzung auftreten.
- degenerativen Veränderungen, die durch Entzündungen kommen und das Sprunggelenk sehr schmerzhaft machen.
